Laughs per Minute oder auch LPM ist ein Tool, um einschätzen zu können, wie gut ein Comedian ist. So einfach, wie sich das anhört, ist es aber nicht.
Wie setzt sich der LPM-Wert zusammen und in welchem Umfang ist es sinnvoll, diesen als Tool/Richtwert zu verwenden?
Entscheidend ist, was zählt: Kurze Auflacher oder HecklerInnen fallen raus. Applaus, Jubel sowie längere Lacher und deren Dauer hingegen fließen ein.
Manche Setups brauchen ihre Zeit und erst zum Ende hin kommt der große Lacher. Dadurch hat der Comedian vielleicht nur wenige LPM, dafür zerreißt er oder sie aber möglicherweise das Publikum, es gibt sekundenlange Lacher – die Qualität des Materials kann also dennoch gut sein.
Genauso sind viele kurze Lacher nicht immer gut und können ggf. als Bombing gewertet werden.
Deswegen auch: LPM ist ein Tool, welches sehr individuell und variabel von Bit zu Bit ist.
Nicht zu vergessen: Die Publikumsgröße und die Location.
Je größer das Publikum und die Location, desto langsamer kommt das Bit und auch das Feedback an (allein schon aufgrund des Schalls). Dadurch kommt der Comedian auch langsamer zur nächsten Punchline.
Man kann sich merken: je hexenkesseliger, desto einfacher schnell zu spielen. Je größer, desto herausfordernder.
Erreicht ein Bit nicht den gewünschten LPM-Wert, gilt es, die Variablen zu prüfen: Setup-Länge, Wording, Anzahl der Punchlines, Timing, etc.
Erfahrene Comedians hören diese Nuancen oft instinktiv raus. (An dieser Stelle kurze Bewunderung dafür an alle)
Am Ende bleibt der LPM-Wert nur ein Richtwert. Er misst die Frequenz, sagt aber nicht zwingend etwas über die inhaltliche Qualität oder die Originalität des Materials aus.
Es gibt keine neutralen Parameter, die die Qualität von Material eines Comedians prüfen, da es eben um Kunst geht.