Act Out
Comedians unterstreichen das Gesagte durch schauspielerische Elemente, Mimik oder gezielte Bewegungen. Es reicht vom flüchtigen Blick bis zum Einsatz des ganzen Körpers. Es kann von einem Blick über eine kleine akzentuierte Bewegung bis hin zu dem Einsatz des ganzen Körpers reichen. Wörtlich übersetzt meint es „ausspielen“.
Gezielt eingesetzt heben Act Outs den Witz auf ein neues Level und helfen dem Publikum, die Pointe besser zu verstehen oder sich stärker mit dem Comedian zu verbinden. Sie sprechen die ZuschauerInnen zusätzlich zum Auditiven auch visuell an.
Bit
Bits sind die einzelnen kleinen Geschichten und Beobachtungen eines Sets/einer Stand-up Show. Ein Bit behandelt ein Thema und beinhaltet mehrere Jokes.
In dem einen Bit geht’s um Tauben in der Bahnhofshalle. In dem nächsten um deine Schüler, die versuchen einen Beamer zu demontieren und danach wiederum um den Namen einer Servicekraft in einem Restaurant.
Viele kleine Geschichten bzw. Beobachtungen gespickt mit Witzen…
Bomben
Wenn ein Comedian keinen oder kaum einen Lacher bekommt, keine Verbindung zum Publikum hergestellt bekommt… dann ist er oder sie gebombt.
Das Pendant zu bomben: killen
Booking Agentur
Eine Booking Agentur kann man sich als Bindeglied zwischen Management und Veranstalter oder Location vorstellen.
Im Wesentlichen ist ihre Aufgabe, einen Künstler oder eine Künstlerin gut und sinnvoll aufzubauen, Tourneen zu planen und Veranstalter oder direkt die Spielstätten anzufragen.
Die Wünsche von KünstlerIn/Management und ggf. das auch Nachfrageaufkommen von Fans werden nach Möglichkeit berücksichtigt.
Wenn es einen Tourveranstalter gibt, gibt sie den Part jedoch an diesen ab.
Sie bekommt aber auch die Anfragen, wenn ein Comedian für eine Mixed Show gebucht werden soll.
Neben Live-Auftritten, koordinieren Booking Agenturen in einigen Fällen beispielsweise auch TV-, Podcast- oder Interviewanfragen.
Sie planen quasi den beruflichen Kalender des Comedians.
Es gibt Booking Agenturen, die auch Managementaufgaben übernehmen und andersrum, die Grenzen sind, zwischen den verschiedenen Parteien oft fließend. Daher ist es manchmal auch echt nicht leicht zu verstehen, wer wie miteinander zusammenhängt.
Die Struktur des „Netzes“ ist bei jedem Comedian unterschiedlich. Manche lassen ihr Booking auch vom Management machen. Das ist aber eher nur am Anfang der Fall. Wenn ein Künstler bzw. eine Künstlerin einen Tourveranstalter hat, verschiebt sich nochmal alles – es ist kompliziert…
Vergütet wird eine Booking Agentur meistens mit einer prozentualer Beteiligung an der Gage des Comedians.
Bühnenanweisung/ Rider
Eine BA (Bühnenanweisung) oder auch (Stage)Rider genannt, ist ein Dokument, in dem bestenfalls alles festgehalten ist, was der oder die KünstlerIn für die Umsetzung seiner bzw. ihrer Veranstaltung wünscht. Das reicht von Ton-, Licht- und ggf. auch Videotechnik über Infos zu Merch und Presseumgang bis hin zu Showablauf und Cateringinfos. Somit ist sie essenziell für jede Produktion.
Dabei kann sie eine DIN-A4 Seite lang sein oder aber auch 18-20 Seiten umfassen. Je nachdem wie detailliert die Wünsche sind, wie groß der Umfang der Produktion ist und ob noch Bühnenzeichnungen drin sind o.Ä.
Eine gute BA lässt keine bis kaum Fragen offen bei allen Beteiligten.
Ihr habt bestimmt schon mal davon gehört, dass beispielsweise KünsterIn XY nur Fiji-Wasser möchte oder die Raumtemperatur eine bestimmte Gradzahl haben muss. Solch extravagante Wünsche sind aber mehr im Musikbereich zu finden.
Manche bauen in ihre BAs auch scherzhaft gemeinte Details ein, um zu sehen, ob die BAs auch gelesen werden. Beispiele hierzu: ein Aquarium auf der Bühne, M&Ms ohne die braun glasierten oder ein Hecht.
Buy-Out
Buy-Outs werden häufig für Verpflegung oder Hotel genutzt. KünstlerInnen erhalten einen Geldwert anstelle eines Abendessens oder einer Übernachtung. Je nach Bezug wird es auch unterschiedlich benannt: Dinner Buy-Out, Hotel Buy-Out…
Callback
Callbacks sind ein gutes Tool, um die Verbindung zwischen Comedian und Publikum zu stärken.Es ist ein Witz, der sich auf zuvor Gesagtes bezieht – entweder aus dem eigenen Set, von anderen Comedians oder der Moderation des Hosts. Die Kunst dabei: Es wirken zu lassen, als sei es nicht geplant.
Der „König“ unter den Callbacks greift Dinge auf, die spontan in der Show passiert sind. Solche Momente werden häufig zu Höhepunkten des Abends und bleiben den ZuschauerInnen besonders im Gedächtnis.
Closer/ Closing Line
Ein Closer bzw. eine Closing Line steht am Ende jedes Sets – egal ob beim Open Mic, in einer Mixed Show oder im Soloprogramm. Er macht das Set rund und sorgt dafür, dass das Publikum mit einem guten Gefühl nach Hause geht und den Comedian in Erinnerung behält.
Closer sind aber nicht ganz easy, da sie idealerweise einen besonders großen Lacher liefern sollten.
Als Closer bezeichnet man übrigens auch die Person, die als letztes im Lineup auftritt und die Show abschließt.
Comedy
Comedy ist humoristische Unterhaltung und eine Kunstform, die sich mit dem Alltag und der Umwelt auseinandersetzt. Es ist eine Art, die Welt zu sehen und zu verarbeiten.Comedy legt die Absurdität der Realität durch Übertreibung dar, regt zum Nachdenken an und bietet neue Perspektiven. Es ist ein Handwerk wie jede andere Kunst auch – so gibt es gut gemachte Witze und weniger gute.
Comedy gibt es in verschiedenen Formen, aber allen ist gemein: das Ziel ist, das Publikum zum Lachen zu bringen und sie zu unterhalten.
Nicht mehr und nicht weniger.
Dabei muss das Gesagte nicht der Meinung der KünstlerInnen entsprechen. Die Person auf der Bühne kann – wie im Schauspiel – auch die Sicht einer anderen Person einnehmen.
Crowdwork
Comedians reden öfter direkt mit ZuschauerInnen – das nennt sich Crowdwork. Überall wird es genutzt – sei es eine Mixed Show, ein Open Mic oder ein Solo.
Es dient dazu, das Publikum auf Comedy einzustimmen, eine Verbindung zu ihm herzustellen und den Saal „warm“ zu bekommen oder zu halten. ZuschauerInnen lieben es oft, da meist unerwartete/einmalige Dinge passieren und sie einbezogen werden.Für viele Comedians ist Crowdwork einer der härtesten Teile einer Show: sie müssen spontan witzig reagieren, auch wenn das Gegenüber nichts Interessantes zu erzählen hat.
Mit viel Praxis bauen sich Comedians einen Schatz an Reaktionen auf, die sie aus dem Ärmel ziehen können.
Die Kunst dabei: Es trotzdem spontan aussehen zu lassen und dieselben „Taschen-Jokes“ nicht zu oft einzusetzen, da die Authentizität sonst verloren geht.
Curfew
Ein gängiger Begriff in der Veranstaltungsbranche. Der Curfew bezeichnet die Zeit, zu der man aus der Location raus sein muss. Nicht immer, aber manchmal ist es nicht nur ein geplanter Get Out, sondern auch ein Muss. Neben Mietzeitbegrenzung und damit einhergehender Überstundenzahlung können auch Lärmschutzbestimmungen und Personalüberstunden Gründe für strikte Curfews sein. In jedem Fall kann eine Überschreitung des Curfews immense und unnötige Zusatzkosten bedeuten.
Delivery
Die Art und Weise, wie ein Witz rübergebracht wird, nennt man „delivery„. Dazu zählen Timing, Rhythmus, Tempo, Tonfall, Mimik und die Präsenz des Künstlers bzw. der Künstlerin. All das trägt dazu bei, wie ein Witz beim Publikum ankommt.
Wichtig: Eine starke Delivery kann einen mittelmäßigen Witz retten, während eine schwache Delivery selbst das beste Material ruinieren kann.
Drop in
Als Drop In bezeichnet man einen Comedian, der oder die spontan auftritt und nicht im zuvor geplanten Lineup steht. Das kommt in der Regel nur bei Open Mics vor.
FOH
Die Abkürzung steht für „Front of House„. Die Bezeichnung ist etwas irreführend, aber im Prinzip beschreibt es den Standort der Technik vor der Bühne im hinteren Drittel des Saals bzw. der Halle.
Von dort aus wird die Show ton-, video- und lichttechnisch gefahren. Dabei können Teile der Technik auch an der Seitenbühne stehen, die Hauptsteuerung ist jedoch eigentlich immer mit bestimmtem Abstand zur Bühne im Publikumsbereich oder dahinter.
Funny Bones
Wenn ein Comedian „funny bones“ hat, bedeutet das, dass ihm der Humor im Blut liegt – er ist quasi ein geborener Komiker. Der Begriff beschreibt eine Form von natürlicher Komik, die weit über das bloße Erzählen von Witzen hinausgeht. Während normale Unterhalter Pointen konstruieren, wirken Menschen mit „funny bones“ allein durch ihre Präsenz, Mimik oder Ausstrahlung schon amüsant.
Wichtig: das bedeutet nicht, dass Comedians mit funny bones automatisch gut sind.
Galgenhumor
Galgenhumor ist ein aufgesetzter Humor, um unangenehme Situationen zu meistern. Wenn das Leben mal unerträglich wird, hilft er dabei, es leichter zu nehmen.
Oft wird er eng mit Ironie verbunden, doch nicht jeder findet Witze in Krisen angebracht. Wer Galgenhumor besitzt, trifft deshalb vermutlich öfter mal auf Gegenwind.
Get In
Als Get In werden bei einer Veranstaltung die Ankunftszeiten der verschiedenen Dienstleister/Gewerke und KünstlerInnen in der Location bezeichnet.
Hack/Hacky
Ein Hack ist jemand, der ausgelutschte Themen und Pointen spielt ohne neuen Twist. Es geht um mangelnde Originalität und das Nutzen von Klischees, die das Publikum schon zig mal gehört hat.
Hacky ist das dazu entsprechende Adjektiv und umschreibt das Material. Material ist hacky, wenn es absolut vorhersehbar ist, einfach strukturiert und billige Lacher erzeugt.
Headliner/in
Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich „Schlagzeile“.
Er steht für den letzten Act einer Show mit mehreren Comedians – vor allem bei Mixed Shows. Mit dem Headliner bzw. der Headlinerin wird am meisten geworben. Meist sind es die KünstlerInnen mit der größten Erfahrung, die für die meisten Lacher sorgen und oft auch ein längeres Set spielen.
Heckler/in
HecklerInnen sind meist ungern gesehen. In seltenen Fällen können sie die Show auflockern, in den häufigsten Fällen tun sie aber das komplette Gegenteil und reißen die Stimmung in den Keller: HecklerInnen sind Personen, die in den Raum reinreden oder -rufen, den Comedians auf der Bühne antworten, als hätten sie ein Gespräch mit ihnen oder die untereinander während der Show quatschen. HecklerInnen sind Personen, die stören. Und die ganz schlimmen unter Ihnen checken es nicht einmal, wenn sie böse geroastet werden, damit sie aufhören.
Host
Ein Host ist der Moderator oder die Moderatorin einer Mixed Show oder eines Open Mics. Der Host hat eine bedeutende Rolle in einer Show, da er bzw. sie die Show zusammenhält und durch den Abend führt. Er bzw. sie hat maßgeblichen Einfluss auf den Vibe der Show.
Humor
Humor ist die Fähigkeit und Bereitschaft, auf bestimmte Dinge heiter und gelassen zu reagieren.
Dabei gibt es verschiedene Arten von Humor. Unterschiedliche Menschen lachen über unterschiedliche Witze.
Es heißt, dass Humor viel mit Intelligenz zu tun hat. Die Annahme ist umstritten, da der Wissensstand und der Erfahrungsschatz eine größere Rolle spielen als die Intelligenz: Kennt der Zuschauer bzw. Zuschauerin die Referenz nicht, auf die sich der Witz oder das Bit bezieht, dann zünden sie auch nicht bei der Person.
Improvisation/improv comedy
Improvisation ist die Kunst, spontan und unvorbereitet etwas darzubieten. Bekannt ist das vor allem aus dem Improtheater, wo SchauspielerInnen aus unvorhergesehenen Situationen ein Stück entwickeln.
Bei „improv comedy“ funktioniert das ähnlich: Comedians erhalten ein Stichwort oder eine Situation und improvisieren daraus ein Bit. Meist sieht man das beim Crowdwork, wenn spontan auf Antworten aus dem Publikum reagiert wird. Ansonsten hat „improv comedy“ in Deutschland noch nicht wirklich Fuß gefasst, auch wenn einzelne Shows Elemente davon nutzen.
Ironie
Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Verstellung“ oder „Vortäuschung“. Ironie ist ein sprachliches Stilmittel, bei dem man das Gegenteil des eigentlich Gemeinten sagt.
Damit Ironie funktioniert, ist gemeinsames Wissen nötig. Man muss die Einstellung des Gegenübers kennen, damit die Aussage nicht falsch verstanden wird. Ohne diesen Nenner entstehen Missverständnisse, die im schlimmsten Fall kränkend wirken.
Ob im Alltag, in der Literatur oder der Comedy: Das Ziel ist fast immer eine humorvolle Wirkung.
Ein Beispiel:
Ab dem Aufstehen läuft alles schief: kein Klopapier, Schlüssel weg, in Hundescheiße getreten, zu spät zum Meeting. Jemand fragt, wie es dir geht, und du sagst: „Hervorragend, ging mir noch nie besser!“
Kabarett
Der Begriff stammt aus dem Frankreich des späten 19. Jahrhunderts. In kleinen, verqualmten Räumen übten KünstlerInnen mittels Theater, Musik und Sprecheinlagen Kritik an der Gesellschaft.
Kurz gesagt ist Kabarett eine Form der Kleinkunst, die gesellschaftskritische Inhalte mit Humor, Satire und Musik verbindet, um politische und soziale Missstände zu kommentieren.
Anfang des 20. Jahrhunderts kam es nach Deutschland und Österreich. Nach dem Ende der Zensur im Ersten Weltkrieg erlebte das Kabarett einen Aufschwung, der von den Nazis gestoppt wurde. Ab 1950 fand es seinen Weg zurück und landete schnell im Fernsehen.
Häufige Stilmittel des Kabaretts sind Satire und Parodie sowie Ironie und Sarkasmus.
Häufige Stilmittel des Kabaretts sind Satire und Parodie sowie Ironie und Sarkasmus. Die Grenzen zu Stand-up Comedy verschwimmen oft und werden immer seltener gezogen.
Killen
Wenn Comedians killen – wissen wir alle – haben sie keinen umgebracht.
Wobei…?
Wenn alles stimmt – Timing, Atmosphäre, Inhalt, krasses Feedback der ZuschauerInnen – dann hat der oder die Comedian gekillt.
Somit ist „killen“ das Pendant zu „bomben“.
Late Night Show
Eine Late Night Show ist ein TV- oder Streamingformat in dem Stand-Up Comedy mit Talks, Sketches, aktuellen Themen und Musikauftritten verbunden wird. Der Begriff zeigt schon: dieses Format word klassisch spät abends ausgestrahlt.
In den USA ist es sehr verbreitet, etwa durch „The Tonight Show“, „Jimmy Kimmel Live!“ oder „The Daily Show“.
Hierzulande gibt es aktuell leider keine Late Night im Fernsehen. Die einzige – und zudem live auf der Bühne – ist die Late Night Show mit Nebi Tuncer (26.04.26 im Theaterhaus Stuttgart).
Letztes Jahr lief zudem „Till Tonight“ mit Till Reiners im ZDF, ob eine zweite Staffel folgt, ist aber noch unklar.
Laughs per minute (LPM)
Laughs per Minute oder auch LPM ist ein Tool, um einschätzen zu können, wie gut ein Comedian ist. So einfach, wie sich das anhört, ist es aber nicht.
Wie setzt sich der LPM-Wert zusammen und in welchem Umfang ist es sinnvoll, diesen als Tool/Richtwert zu verwenden?
Entscheidend ist, was zählt: Kurze Auflacher oder HecklerInnen fallen raus. Applaus, Jubel sowie längere Lacher und deren Dauer hingegen fließen ein.
Manche Setups brauchen ihre Zeit und erst zum Ende hin kommt der große Lacher. Dadurch hat der Comedian vielleicht nur wenige LPM, dafür zerreißt er oder sie aber möglicherweise das Publikum, es gibt sekundenlange Lacher – die Qualität des Materials kann also dennoch gut sein.
Genauso sind viele kurze Lacher nicht immer gut und können ggf. als Bombing gewertet werden.
Deswegen auch: LPM ist ein Tool, welches sehr individuell und variabel von Bit zu Bit ist.
Nicht zu vergessen: Die Publikumsgröße und die Location.
Je größer das Publikum und die Location, desto langsamer kommt das Bit und auch das Feedback an (allein schon aufgrund des Schalls). Dadurch kommt der Comedian auch langsamer zur nächsten Punchline.
Man kann sich merken: je hexenkesseliger, desto einfacher schnell zu spielen. Je größer, desto herausfordernder.
Erreicht ein Bit nicht den gewünschten LPM-Wert, gilt es, die Variablen zu prüfen: Setup-Länge, Wording, Anzahl der Punchlines, Timing, etc.
Erfahrene Comedians hören diese Nuancen oft instinktiv raus. (An dieser Stelle kurze Bewunderung dafür an alle)
Am Ende bleibt der LPM-Wert nur ein Richtwert. Er misst die Frequenz, sagt aber nicht zwingend etwas über die inhaltliche Qualität oder die Originalität des Materials aus.
Es gibt keine neutralen Parameter, die die Qualität von Material eines Comedians prüfen, da es eben um Kunst geht.
Lineup
Ein Lineup ist die Auflistung der Comedians, die an dem Abend spielen. Die Abfolge und ein guter Mix an Comedians ist Teil einer runden Show.
Management
Runtergebrochen kann man sagen: das Künstlermanagement kümmert sich um den kommerziellen Erfolg des Künstlers oder der Künstlerin und platziert diese sinnvoll und zu höchstmöglichen Konditionen in verschiedenen Venues und Formaten.
Ein Manager bzw. eine Managerin handelt Verträge aus, sucht die passenden Veranstaltungsagenturen und/oder Venues für die Umsetzung der Shows. Je nachdem wie feingliedrig die Struktur aufgebaut ist und ob sie das Booking übernehmen, planen sie auch ganze Touren. (s. Booking und/oder Veranstalter)
Dabei geht es nicht nur um Verträge, die mit den Solo Veranstaltungen zu tun haben, sondern auch um Verträge für Mixed Shows, Fernsehauftritte etc.
Mit einem Management muss der/die Comedian sich – banal gesagt – nicht um den Papierkram beschäftigen oder zumindest deutlich weniger und kann sich mehr auf die Kunstinhalte konzentrieren. Abgesegnet wird dennoch natürlich zuletzt alles immer vom Künstler bzw. der Künstlerin.
Ab einem bestimmten Level ist ein Management unabdingbar.
Vergütet wird ein Künstlermanagement mit prozentualer Beteiligung an der Gage der zu vertretenden Person.
Material
Mit Material wird in der Comedyszene das gesamte Repertoire eines Comedians beschrieben. Es wird in die Kategorien A, B und C aufgeteilt, basierend darauf, wie die Witze ankommen:
A-Material: Das beste Material, welches der oder die Comedian aktuell zu bieten hat und zuverlässig Lacher bringt.
B-Material: Gute Witze, die meistens funktionieren, aber noch Feinschliff brauchen.
C-Material: Das Test-Material. Schwächere oder neue Ideen, an denen noch gearbeitet wird, damit sie sich zu A- oder B-Material weiterentwickeln.
Mixed Show
Eine Mixed Show ist eine Show mit mehreren ausgewählten Comedians, die von einem Host geführt wird. Es wird nur bewährtes Material gespielt und alle auftretenden KünstlerInnen erhalten eine Gage. In diesen beiden Punkten findet sich auch die Abgrenzung zu einem Open Mic, bei welchem Witze getestet und normalerweise keine Gagen gezahlt werden.
Oneliner
Relativ simpel: ein Oneliner ist ein Witz, bestehend aus einem Satz, maximal 2 Sätzen oder Zeilen. Trotz der Kürze sind alle Bestandteile eines Witzes hier ebenso drin wie bei einem größer ausgebauten Witz.
Kurz, knapp und präzise.
Dazu zählen auch klassische Flachwitze à la „Warum ist Zucker schlauer als Salz?“, „Weil er raffiniert ist.“
Open Mic
Bei einem Stand-Up Comedy Open Mic treten Comedians auf, die an ihren Witzen arbeiten wollen. Es ist eine Testbühne zum Ausprobieren, Feilen und Verfeinern von Bits, Übergängen usw.
Ganz gleich, ob Newcomer oder Profi – bei einem Open Mic kannst du jeden Erfahrungsgrad antreffen. Ein klassisches Open Mic ist spendenbasiert.
Opener
Den Begriff “Opener” möchten wir in 2 verschiedenen Kontexten erklären.
𝙎𝙤𝙡𝙤 𝙎𝙝𝙤𝙬𝙨
Ihr könnt es Euch vorstellen, wie eine Vorband bei einem Konzert:
Opener sind Comedians, die das Vorprogramm für eine oder einen Solo spielenden Comedian machen.
Die Mainacts nehmen KünstlerInnen mit auf Tour, die sie fördern wollen und die Chance geben möchten, vor größerem Publikum zu spielen. Außerdem spielen die Opener ihr Publikum “warm”.
Für die Opener ist es ein gutes Training, da es vor großem Publikum nochmal etwas Anderes ist zu spielen, als vor vielleicht 80 Leuten bei Open Mics. Zum Anderen werden sie von mehr Menschen wahrgenommen – bestenfalls im ganzen Land. Das ist für sehr viele das Sprungbrett zur eigenen Solotour.
Für beide von Vorteil: sie sind nicht allein unterwegs.
𝙊𝙥𝙚𝙣 𝙈𝙞𝙘𝙨
Die erste Künstlerin oder der erste Künstler, der/die bei einem Comedy Stand-up Open Mic auftritt, ist der Opener des Abends.
Örtlicher Veranstalter
Unter „örtlicher Veranstalter“ werden Veranstalter bezeichnet, die an ihrem Standort die Veranstaltungen durchführen.
Sie tragen dabei das höchste Risiko, denn Sie buchen die Hallen/Säle, Catering, Security, TechnikerInnen, SanitäterInnen, etc.
Zudem tragen sie die Haftung vor Ort und sorgen dafür, alle Verordnungen einzuhalten.
Im Konzertbereich kommt es häufiger vor, dass ein örtlicher Veranstalter nur die eigene Stadt und vielleicht ein paar umliegende Städte abdeckt. Im Comedybereich ist es üblicher, dass das Gebiet über die Stadt- und öfter auch Bundeslandgrenzen hinausgeht. Dadurch sind Comedyveranstalter meist eine Mischung aus örtlicher Veranstalter und Tourveranstalter.
Thema Finanzen: örtliche Veranstalter bekommen in den meisten Fällen einen %-Anteil an den Einnahmen. Da gibt es ganz unterschiedliche Deals.
Parodie
Unter einer Parodie (griech. parodía = Gegengesang) versteht man die Nachahmung einer Person oder Situation in übertriebenem Sinn, um sich darüber lustig zu machen.
Auch wenn eine Parodie verspottend wirken kann, ist sie von der Satire zu unterscheiden: Während bei der Satire die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen im Mittelpunkt steht, liegt der Fokus der Parodie auf der Komik und dem Ziel, das Publikum zum Lachen zu bringen.
Pointe/Punchline
Die Pointe oder Punchline ist die „Spitze“ eines Witzes. Sie folgt auf das Setup, um dessen Aufbau zu brechen und die Lacher zu bringen.
Eine starke Pointe/Punchline bedarf viel Fingerspitzengefühl: Je größer die Diskrepanz zwischen Erwartung (Setup) und Auflösung (Pointe/Punchline), desto stärker der Effekt. Das Timing ist entscheidend, denn sie muss rhythmisch exakt am Ende eines Satzes platziert sein, um die Spannung im perfekten Moment zu entladen.
Prämisse
Die Prämisse ist das Thema oder der Grundgedanke eines Bits. Sie beschreibt die Idee, Beobachtung oder Behauptung des Comedians (z. B. Tauben sind Gangster). Sie ist das Fundament, auf dem mehrere Witze stehen können und meistens der Start eines jeden entstehenden Witzes.
Preview
Die Preview ist die Phase vor der Premiere einer Bühnenshow. Sie dient zum Einspielen, damit sich die KünstlerInnen an das Programm gewöhnen, bevor die große Premiere und die Solo-Tour folgen. Meist steht das Programm bei den Previews (es können auch mehrere sein) aber eigentlich schon und es wird nur minimal noch was geändert.
Der Sinn hinter Previews ist, neben dem eigenen Sicherwerden, die Reaktionen des Publikums zu testen. So können ggf. letzte Anpassungen vorgenommen werden, um das Programm runder zu machen.
Riffen
Der Begriff kommt – wie in der Comedyszene üblich – aus dem Englischen. Ein deutsches Äquivalent dazu gibt es nicht.
„Riffen“ ist im Grunde eine Kunstform, bei der auf der Bühne direkt und ohne Mitwirken anderer improvisiert wird. Das Publikum kann live zuschauen, wie z.B. ein Bit entsteht oder komplett über den Haufen geworfen wird. Einige erfahrene Comedians gehen teils nur mit wenigen Prämissen oder Punchlines auf die Bühne und legen los. Daraus entstehen mit der Zeit im besten Fall dann vollständige Bits.
Riffen ist übrigens nicht mit Crowdwork zu verwechseln: Beim Riffen spielen andere Personen keine Rolle – der Comedian improvisiert alleine.
Roast
Ein Roast ist ein Format, bei dem ein „Roastee“ von GastrednerInnen „geehrt“ wird – meist durch sehr derbe Witze, persönliche Anekdoten oder Beleidigungen. Auch die RednerInnen untereinander ziehen gegenseitig übereinander her, bevor sie sich dem Roastee widmen. Der Moderator bzw. die Moderatorin eines solchen Formats wird Roastmaster genannt.
Der Roastee muss während der gesamten Show, trotz der verbalen Attacken die Fassung bewahren. Typischerweise gibt es inhaltlich keine Grenzen, wobei der Roastee vorab Tabuthemen festlegen kann.
Roast Battle
Das Prinzip eines Roast Battles ist im Grunde dasselbe wie bei einer normalen Roastshow.Der einzige Unterschied: Es gibt keinen auserwählten Roastee. Wie der Begriff „Battle“ vermuten lässt, stehen sich zwei KünstlerInnen gegenüber und roasten sich gegenseitig innerhalb einer vorgegebenen Zeit. Das Publikum entscheidet, wer gewinnt.
Als Comedian muss man hier fiese Witze abkönnen, sonst ist ein Roast Battle die falsche Veranstaltung. Gleiches gilt für das Publikum: Wer sich Dinge sehr zu Herzen nimmt, sollte Abstand von dem Format nehmen. Wer derben Humor mag, ist hier genau richtig.
Running Gag
Die Übersetzung erklärt es: Ein Running Gag ist ein fortlaufender Witz, der sich im Laufe eines Sets wiederholt. Er muss nicht immer identisch sein, oft wird er abgewandelt und treibt die Geschichte nach einem Muster fort.
In der Stand-up Comedy ist er eher seltener, dafür findet man ihn häufig in Serien, Filmen oder Comics, wie etwa in den Lustigen Taschenbüchern von Donald Duck.
Sarkasmus
Sarkasmus (griech. „sarkasmós“ = zerfleischen/verhöhnen) ist ein Stilmittel, das darauf abzielt, Personen oder Gruppen zu verspotten. Da sarkastische Sprüche bissig und oft verletzend sind, haben sie meist eine negative Absicht, können aber auch positiv wirken.
Die Dosis macht das Gift: Richtig eingesetzt, wirkt Sarkasmus schlagfertig und intelligent. Bei übermäßigem oder ungeschicktem Gebrauch wirkt man jedoch schnell unsympathisch.
Sarkasmus wird auch im Kabarett und in der Comedy verwendet.
Ein Beispiel für Sarkasmus:
Jemand stellt eine unüberlegte Frage zu etwas, das du gerade ausführlich erklärt hast.Du reagierst sarkastisch: „Eigentlich ist heute Tag des Mitdenkens. Schade, dass du nicht mitfeiern kannst.“
Satire
Satire ist eine Kunstform, die mittels Übertreibung und Ironie Kritik an Umständen oder Personen übt und diese ins Lächerliche zieht.
Da sie oft unter die Gürtellinie geht, ist sie nicht jedermanns Sache. Nur wer dieses Stilmittel beherrscht, bringt das Publikum mit spottender, beißender Art gleichzeitig zum Lachen und Nachdenken.
Satire word oft mit Kabarett verbunden.
Schwarzer Humor
Schwarzer Humor ist eine Erzählform, die bewusst Tabus bricht, um auf Vorurteile oder Missstände zu deuten. Die Komik entsteht, indem ernste Themen wie Tod, Krankheit, Krieg oder Diskriminierung regelrecht veralbert werden.
Die Aufgabe ist es, den Finger in die Wunde zu legen, eben auf solche Themen aufmerksam zu machen und so zum Nachdenken anzuregen. Das Ziel: Das Lachen bleibt einem im Hals stecken. Ob diese Gratwanderung gelingt, hängt vom Kontext und dem Publikum ab – es sind „Ho-Ho-Ho-Witze“ auf der Schneide zwischen witzig und geschmacklos – wobei diese Bewertung immer subjektiv ist!
Beispiele für schwarzen Humor:
▫️ „Echt nur Opfer bei mir auf der Arbeit.” – Werner, 57, Unfallchirurg.
▫️“Ich kann an einer Hand abzählen, wie oft ich schon in Tschernobyl war.“
„Wie oft?“
„Siebenmal.“
Set
Relativ simpel: Ein Set ist ein Standup Comedy Auftritt eines Comedians oder einer Comedienne ohne Pause – egal welche Länge. Folglich ist ein Set eine Abfolge von mehreren Bits.
Setlist
Eine Setlist ist eine Gedankenstütze für den Comedian. Es ist eine Liste von Stichpunkten, mit der KünstlerInnen festlegen, welche Witze in welcher Reihenfolge erzählt werden.
Setlists können in jeder Phase Anwendung finden – vom Open Mic bis zum Solo. Ist eine Reihenfolge gut eingespielt, verzichten manche Comedians auf die Zettelform und hangeln sich stattdessen gedanklich von einem Bit zum nächsten.
Setup
Das Setup ist die Vorbereitung auf die Punchline. Es liefert dem Publikum alle Informationen, Bilder und Erzählungen, die nötig sind, um den Twist verstehen zu können.
Je besser das Publikum durch das Setup abgeholt wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Punchline funktioniert. Allerdings muss auch die Punchline gut sein, damit es insgesamt ein richtig guter Joke ist.
Solo
Ein Solo ist das Ziel eines jeden Stand-up Comedians und immer ein Meilenstein.
Der Begriff sagt eigentlich schon alles: Ein ganzes Bühnenprogramm eines einzelnen Stand-up Comedians. Meistens besteht es aus zwei Spielhälften à ca. 40-60min. Manche spielen auch ohne Pause, dafür kürzer (meist ca. 60-70min).
Das ist aber im englischsprachigen Raum (US/GB) üblicher als in Deutschland.
Sommerpause
In den heißen Wochen legen die meisten Shows eine Sommerpause ein. Die Gründe sind simpel: Das Publikum ist bei warmem Wetter lieber draußen und in Innenräumen wird es oft zu stickig für entspannten Genuss.
Außerdem beginnt die Urlaubssaison, sowohl für Comedians als auch für ZuschauerInnen.Aber keine Angst, die reinen Comedyclubs und einige andere Shows ziehen den Sommer durch. Zusätzlich gehen auch immer mehr Open Air Shows an den Start.
Soundcheck
Während eines Soundchecks wird nicht nur der Sound gecheckt.
Auch die Lichtstimmungen und (wenn vorhanden) die Musikeinsätze und restliche Mediennutzung wie Video oder Präsentationen werden überprüft.
Die meisten KünstlerInnen machen ihre Soundchecks selbst. Vereinzelt und selten lassen sie den auch machen – von z.B. ihrem oder ihrer TourmanagerIn oder TourtechnikerIn. Manche lassen ihn sogar ganz weg. Das trifft aber eigentlich nur auf die sehr erfahrenen Hasen in der Branche zu und da auch nicht bei jedem Termin.
Aber wie läuft so ein Soundcheck eigentlich ab?
Letztlich geht die auftretende Person mit dem Showmikro auf die Bühne und redet, um den Ton zu prüfen. Hört sie sich selbst? Ist der Ton im Saal so wie gewünscht? Wie hören sich die lauten Stellen im Programm an? Wie laut ist die leiseste Stelle?
Dann werden die Lichtstimmungen getestet, die während der Show zum Einsatz kommen. Wird das Publikum geblendet? Sind die Farben so wie gewünscht? An welchen Stellen kommen Effekte? Wie hell soll der Saal beleuchtet sein?
Außerdem werden noch die Musikeinsätze geprobt und ggf. der Beamer gecheckt.
Die Reihenfolge der Punkte ist dabei egal.
Wenn jemand einen oder eine eigene TourtechnikerIn dabei hat, erübrigen sich einige Fragen schon, weil die Person bereits einige beantworten kann und die Show auch selber am Mischpult betreut.
Bevor der Soundcheck losgeht, bereiten die VeranstaltungstechnikerInnen alles vor, sodass nur noch Kleinigkeiten angepasst werden müssen. Manchmal brauchen sie Stunden dafür. Das wird oft unterschätzt und wissen nur wenige.
Special
Ein Special bezeichnet die Video-Aufzeichnung eines Soloprogramms, die meist auf Streaming Plattformen oder YouTube veröffentlicht wird. Das gespielte Material ist mit diesem Schritt in der Regel abgespielt.
Spot/spotten
Ein Spot ist ein Auftritt innerhalb eines Lineups bzw. einer Show. D.h. einen Spot können Comedians nur in Mixed Shows oder Open Mics haben. In Bezug auf Solos ergibt der Begriff keinen Sinn.
„Spotten“ beschreibt das Anfragen eines Spots durch einen Comedian bei den Hosts o.Ä.
Stage left/ Stage right
Die Begriffe sagen schon, was sie heißen: Sie geben die gemeinte Bühnenseite an. Wozu man es braucht? V.a. zur Kommunikation mit TechnikerInnen.
Wichtig: es wird immer aus Sicht der Bühne mit Blick ins Publikum genannt. Da herrscht nämlich manchmal Verwirrung. 😉
Stand-up Comedy
Stand-up Comedy ist eine Facette der Comedy. Das Markante: Eine Person, ein Mikro, eine Bühne und Geschichten. Das klingt simpler, als es ist.
Stand-up Comedians bringen alltägliche Beobachtungen mit einem humoristischen Blick auf die Bühne. Sie lachen über sich selbst, finden Witziges oder Skurriles in allen möglichen Situationen und legen manchmal die Finger in die gesellschaftskritische Wunde. Es ist ein Spiel, welches das Publikum aus dem Alltag entfliehen, aber auch auf (meist) sanfte Art eine andere Perspektive sehen lässt.
Die Themenwahl ist dabei komplett frei – ein Hoch auf die Kunstfreiheit. 💚
Storyteller/Storytelling
Storytelling bedeutet, längere, fließende und komplette Geschichten zu erzählen.
Ein Storyteller ist derjenige, der diese Erzählungen auf die Bühne bringt.
Im Gegensatz zu anderen Stilen gibt es hier einen viel längeren Aufbau – die Story ist gespickt mit Pointen, die aber alle auf das große Finale hinarbeiten.
Der Nachteil beim Storytelling ist der hohe Zeitbedarf: Da die Pointen aus der Handlung wachsen, lässt sich eine Geschichte in kurzen Auftritten schwer testen. Man „opfert“ oft die schnelle Gagdichte am Anfang für einen großen Lacher am Ende. Erst wenn genug Bühnenzeit für den gesamten Bogen da ist, zeigt sich, ob der Aufbau das Publikum trägt und die Geschichte wirklich funktioniert.
Tag/Tag line
Ein Tag (bzw. Tagline) ist eine zusätzliche Punchline, direkt hinter der bereits bestehenden, um den Witz zu verlängern oder noch einen draufzusetzen. Tags brauchen kein eigenes Setup, können also schnell eingebaut werden. Oft werden mehrere Tags hintereinander gesetzt, um eine Lachwelle zu erzeugen.
Tourbegleiter/in
Eine Tourbegleitung steht KünstlerInnen direkt zur Seite, ist Ansprechperson vor Ort und oft auch für das Fahren zuständig. Man kann die Rolle als Tourassistenz verstehen.
Die Abgrenzung zum Tourmanager/ zur Tourmanagerin ist dabei fließend und die Begrifflichkeit wird oft synonym verwendet.
Beide Posten werden meist nur bei großen Produktionen besetzt. Wer es genau nimmt, findet jedoch einen feinen Unterschied – mehr dazu unter „Tourmanager“.
Tourmanager/in
TourmanagerInnen sind vor allem da, um sicherzustellen, dass alles genauso von den DienstleisterInnen vor Ort umgesetzt wird, wie der Comedian es sich wünscht. Er hat alles im Blick und ist die leitende Hand auf der KünstlerInnenseite. Im Vergleich zu einem Tourbegleiter hat ein Tourmanager nochmal deutlich mehr Aufgaben und Verantwortung, da er auch dafür zuständig ist, die Umsetzung der BA (siehe Bühnenanweisung/Rider) vor Ort zu prüfen. Ein Tourmanager hat zudem den Tourplan im Blick, regelt die Kommunikation mit der Booking Agentur uvm.
Genau wie der Tourbegleiter-Posten, ist der Tourmanager eine der nahestehendsten Mitarbeitenden eines Comedians, daher sollte die Chemie auf jeden Fall zwischen beiden stimmen. Einen Tourmanager oder eine Tourmanagerin haben KünstlerInnen erst ab einer gewissen Größe und Bekanntheit, nämlich mal wieder wenn die Aufgabenfelder einfach zu groß für andere Posten werden.
In einigen Fällen übernimmt der Tourtechniker bzw. Tourtechnikerin auch Aufgaben eines Tourmanagers, wie z.B. die Prüfung der Einhaltung der BA.
Es wird wieder deutlich: es gibt keine klaren Grenzen und das Team eines Comedians kann äußerst individuell aufgebaut und strukturiert werden.
Tourveranstalter
Die Aufgaben eines Tourveranstalters (Tour VA) sind nicht starr definiert. Sie hängen davon ab, wie ein bzw. eine Comedian sein bzw. ihr Team aufstellt.
Wichtig vorab: Nicht jeder Comedian hat einen Tour VA, es ist auch nicht immer clever.
Nur Tour VA
Der Tour VA übernimmt das Buchen und Routing von Terminen und setzt die Termine in Gänze oder in Teilen um und arbeitet mit örtlichen Veranstaltern zusammen.
Tour VA + Booking Agentur
Wenn ein/ eine Comedian eine Booking Agentur hat, dann macht ein Tourveranstalter (Tour VA) meistens alles, was rund um eine Tour organisiert werden muss, aber nicht mit Terminbuchungen zu tun hat und betreut die Termine auch vor Ort. Also das Operative, wie Dienstleister buchen, Hotels, etc.
Booking UND Tour VA zu haben, ergibt meist erst bei sehr großen Produktionen (mit Nightliner, Bühnenbild, Crew, usw.) Sinn, da dann die Aufgabenfelder zu komplex für eine der Rollen werden.
Im Musikbusiness ist es z.B. üblicher.
Letztlich ist es Verhandlungs- und Geschmackssache, welchen Umfang ein Tour VA abdeckt. Und in der Praxis sind die Grenzen zwischen den verschiedenen Parteien sehr oft fließend.
Wie auch andere, werden Tourveranstalter meistens über Prozente an der Gage des Comedians bezahlt. Es gibt aber auch hier natürlich noch andere Möglichkeiten.
Try Out
Tryouts sind neben Previews eine der zwei Phasen von Voraufführungen von Bühnenkünsten und in der Stand-up Comedy die Phase zwischen Open Mic und Preview.
Sie gibt es nicht nur in der Stand-Up Comedy, sondern zum Beispiel auch in der Musical- oder Theaterbranche.
Eine Try Out Show ist eine Show, bei der Bits in einer grob festgelegten Abfolge getestet und geschliffen werden, um zu schauen, wie man sie am besten zusammensetzen kann, um ein rundes Solo am Ende zu haben. Vor Ort kann durch das noch nicht fertige Material Spontanes passieren, wodurch wiederum Neues entstehen kann, Reaktionen werden notiert, usw.
An dieser Stelle wichtig zu erwähnen: das Material ist selten in Stein gemeißelt. Viele Comedians verändern während der Solo Tour hier und da noch etwas in ihrem Programm, aus verschiedenen Gründen.